Vier Polyamorie Interviews bunt wie das Leben, Narratively

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Führen die Damen ein Polyamorie Interview?

Gleich vier Polyamorie Interviews führte die US Onlinepublikation Narratively. Diese Webseite will die Geschichten hinter den Nachrichten bringen, wie sie auf ihrer About = Über Seite erklären. Das ist ihnen mit der vierteiligen Interviewserie über Polyamorie im Februar 2017 gelungen.

Zehnjähriges Bestehen von Poly Cocktails war Anlass für die Polyamorie Interviews

Anlass für die vier Polyamorie Interviews war das zehnjährige Bestehen eines von Open Love NY ins Leben gerufenen monatlichen Polyamorie Begegnungsabends Poly Cocktails. Open Love NY (=New York) beschreibt sich wie folgt:

Open Love NY exists to build and serve the community of people in New York City and surrounding areas who aspire to love with honesty and freedom. We work with our members to educate the public about the existence and merits of responsible relationship choices between consenting adults.

Die vier Interviews über Polyamorie

So vielfältig wie – New York, Polyamorie, das Leben – sind die Geschichten der Interviewpartner.

Atiq: Bisexualität als Grund für Polyamorie

Da ist Atiq Zabinski; 48; Körperarbeiter aus Fort Greene, Brooklyn. Sein Interview trägt den Titel: „I tried to live without men, and i tried to live without women. I couldn´t do either. Übersetzung = Ich habe versucht, ohne Männer zu leben, und ich habe versucht, ohne Frauen zu leben. Ich konnte beides nicht.“

Atiq ist also bisexuell, und lustigerweise wurde er durch eine Frau Deutschland mit der Polyamorie bekannt, und erst im fortgeschrittenen Alter über 40. Atiq sieht seine Bisexualität als Grund, weshalb Polyamorie für ihn am besten funktioniert, da beide Seiten seiner Sexualität nach Ausdruck und Bestätigung verlangen.

Andy Izenson: Sorgen um Polyamorie unter Trump

Andy Izenson; 28; Anwalt; aus Prospect Lefferts Gardens, Brooklyn identifiziert sich als transgender, und so berichtet er in seinem Interview von dieser speziellen Lebensperspektive: „Once you start questioning gender, other things fall down like a house of cards. Übersetzung: Wenn Du Gender infrage stellst, fällt alles andere zusammen wie ein Kartenhaus.“

Zur Zeit beschäftigen ihn und seine Partner/innen und Freunde vor allem Sorgen, dass unter der neuen US-Regierung für polyamore Menschen die Lebensumstände schwieriger werden.

Ich berichtete über ähnliche Sorgen und die Initiative einer New Yorker Anwältin, kostenfreie Beratungen für polyamore Menschen und aus der Gruppe der LGBTQ anzubieten. Das Angebot gilt auch für Amerikaner, die in Deutschland leben.

Chrissy: verheiratet, zwei Kinder, und: 50 – oder so – weitere Geliebte

50 Geliebte, ich gebe zu, da habe ich auch gestaunt. Neid ist auch im Spiel :-). Chrissy bezeichnet die Beziehungen zu ihrem großen Netzwerk als „fliessend“, mal reine Freundschaft, mal körperlich.

Chrissy Raymond-Holman; 34; studiert auf Master in Nonprofit Management an der Columbia University, kommt aus der Upper West Side, Manhattan. Sie hat schon in der Jugend ihre polyamore Seite entdeckt und hatte das Glück, sie ausleben zu können. Sie sagte über sich: „I experimented with Mongamy. It was torture. Übersetzung: Ich habe mit Monogamie experimentiert. Es war eine Tortur.“ Insbesondere ihr Mann steht voll hinter Chrissy hat aber selbst bisher wenig Interesse, polyamor zu lieben.

Aber Chrissy erfuhr auch Ablehnung, in einer extremen Weise. Bei der Beerdigung ihrer Mutter wurde sie von einem Freund aus Kinderzeit beschimpft, dass sie ihre Mutter und ihre Familie entehre und zur Hölle fahren werde.

Kevin: auch manche Polyamore haben Probleme mit Schwarzen

Kevin Patterson; 38; technischer Redakteur; aus der Umgegend von Philadelphia, berichtet über die besonderen Erlebnisse als Schwarzer in der Poly-Community. Wer denkt, polyamore Menschen seien doch alle liberal und aufgeschlossen und hätten keine auf Rasse/Hautfarbe basierenden Vorurteile, der wird eines Besseren belehrt.

Die Poly-Community ist nach Kevins Erfahrung vor allem weiß. Und manche, die ihm freundlich gegenüber treten, tun dies seiner Meinung nach vor allem, um sich zu bestätigen, wie liberal sie sind.

Aber Kevin blieb nicht dabei stehen, dies zu bemerken oder zu beklagen. Er machte eine Interview Serie mit den seiner Meinung nach üblicherweise übersehenen Polyamoren: Farbigen, Behinderten, Transsexuellen, die er auf Tumblr veröffentlichte unter dem Titel „PolyRoleModels.

Seit einem Jahr gibt Kevin Workshops über Polyamorie und Rasse. Und wann immer er zu einem Poly Event geht, der hauptsächlich von Weißen besucht wird, und er findet, dass etwas nicht stimmt, dann sagt er etwas: „When I show up at these all-white events and I feel uncomfortable, I´m not quiet„.

Alle vier Polyamorie Interviews in der Übersicht

Sie finden in der Artikelserie Interviews zu Polyamorie auf Polyamorie Magazin alle Artikel, in denen es um Interviews zu Polyamorie geht.

Weitere Artikelserien über Polyamorie

Diese Artikelserie ist ein Teil der Artikelserien über Polyamorie, wo Sie alle Artikel zu diesem Thema finden. Sie sind unterteilt in diverse Unterbereiche, wo es darum geht, wie Menschen Polyamorie leben, sowie weitere Themen, beispielsweise:

Sie finden hier Artikel, die ich in aller Welt gefunden habe, zumeist in deutscher und noch öfter in englischer Sprache, dann habe ich meist eine Zusammenfassung geschrieben.

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Über Viktor Leberecht 289 Artikel
Viktor Leberecht ist mein Pseudonym für meine Arbeit als freier Autor. Ich bin studierter Historiker, sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Ich lebe seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau. Ich schreibe über Polyamorie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie zu werben. Ich setze mich für Mehrfachbeziehungen im Rahmen der Menschenrechte ein, also natürlich gleiches Recht für alle.

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