Polyamorie im Tatort oder auch nicht

Bild eines Auges mit Fadenkreuz zu Artikel Polyamorie im Tatort
Trotz Fadenkreuz Ziel verfehlt bei Polyamorie im Tatort

Wenn Polyamorie im Tatort eine Rolle spielt, dann ist sie eindeutig im Mainstream angekommen. Oder eben doch nicht, denn mit Polyamorie hat der Tatort Folge 1022, „Die Liebe, ein seltsames Spiel“ fast gar nichts zu tun. 1)Dieser Artikel wurde nach  Ausstrahlung überarbeitet. In der ersten Version ging ich wegen der Inhaltsangabe davon aus, dass hier ein falsches Bild von Polyamorie gezeichnet werde

Polyamorie im Tatort – letzlich Fehlanzeige

Zwar beginnt die unten verlinkte Inhaltsangabe mit dem Thema Polyamorie. Aber das ist nur ein irreführender Aufhänger, denn außer in der geschilderten und für die Geschichte letztlich irrelevanten Szene, spielt Polyamorie  keine Rolle. Man könnte allerhöchstens eine wohlwollende Interpretation versuchen, indem man die korrekte Erklärung der Polyamorie in dieser Szene als Gegenmodell zu der Hauptfigur und der eigentlichen Geschichte sieht.

Denn in der eigentlichen Geschichte geht es um klassischen Betrug, wie dieses Zitat aus der unten verlinkten Inhaltsangabe zeigt: „Der Mann führt mehrere Beziehungen gleichzeitig, aber nur eine der Damen weiß von den übrigen Konkubinen.“

Zur Polyamorie hingegen gehört immer, dass alle Beteiligten voneinander wissen und damit einverstanden sind. Das wird auch im Tatort korrekt erklärt.

Was die Autoren des Drehbuchs sich dabei gedacht haben im Laufe dieser Geschichte die Polyamorie zu erwähnen, werden die wissen. In der Inhaltsangabe wirkt es auf mich wie ein reißerischer Aufmacher.

Bei den Zuschauern wird Polyamorie hängen bleiben

Und ich frage mich, wie viele der Zuschauer diese Erklärung und Unterscheidung mitbekommen haben. Die meisten werfen wahrscheinlich die Polyamorie mit dem betrügenden Architekten in einen Topf.

Das legen zumindest die Überschriften mehrerer Kritiken großer Zeitungen nahe, die alle mit Polyamorie titeln. Und die hier genannten drei sind immerhin Medien mit einem gewissen intellektuellen Anspruch und Niveau. Wenn die das so verstehen, dann vermutlich auch andere.

WELT: Polyamorie macht glücklich? Polyamorie macht tot!

ZEIT: Polyamour Fou mit Konsequenzen

NTV: Münchner Polyamorie-„Tatort“Alle meine Frauen

Bei Welt und Zeit habe ich Kommentare hinterlassen, die auf den Irrtum hinweisen.

Nachtrag 23.05: Diese Suche bei Google zeigt, dass viele Medien das als Polyamorie Tatort wahrgenommen haben.

Uns tatsächlich Polyamorie lebenden Menschen, fügen derartige falsche Darstellungen leider Schaden zu. Gerade wenn eine so populäre Sendung uns falsch darstellt beziehungsweise Anlass zu derartigen Missverständnissen gibt, dann hat das Auswirkungen. Denn wir werden dann nicht richtig wahrgenommen.

Das ist einmal mehr ein Fall, wie in Medien Polyamorie falsch und bevorzugt reißerisch dargestellt wird. Hier wurde mehrfach darüber berichtet, und letztens gab es dazu auch eine sehr gelungene Kritik zum Thema Polyamorie in den Medien vom OBHD

Liebe Leser/innen, wenn ihr so etwas seht, schreibt den Medien, hinterlasst dort Kommentare, und schickt mir Links zu entsprechenden Artikeln.

Sie finden in der Artikelserie Polyamorie im TV auf Polyamorie Magazin alle Artikel, in denen es um Fernsehsendungen geht, in denen Polyamorie eine Rolle spielt.

Weitere Artikelserien über Polyamorie

Diese Artikelserie ist ein Teil der Artikelserien über Polyamorie, wo Sie alle Artikel zu diesem Thema finden. Sie sind unterteilt in diverse Unterbereiche, wo es darum geht, wie Menschen Polyamorie leben, sowie weitere Themen, beispielsweise:

Sie finden hier Artikel, die ich in aller Welt gefunden habe, zumeist in deutscher und noch öfter in englischer Sprache, dann habe ich meist eine Zusammenfassung geschrieben.

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Über Viktor Leberecht 297 Artikel
Viktor Leberecht ist mein Pseudonym für meine Arbeit als freier Autor. Ich bin studierter Historiker (M.A.), sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Ich lebe seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau. Ich schreibe über Polyamorie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie zu werben. Ich setze mich für Mehrfachbeziehungen im Rahmen der Menschenrechte ein, also natürlich gleiches Recht für alle.

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