Forscher Stefan Ossmann über Stigmatisierung von Polyamorie

Stefan Ossmann über Stigmatisierung von Polyamorie
Ausnahmsweise ein schönes Stigma

Ein Interview der dpa mit dem Wiener Forscher Stefan Ossmann über Stigamtisierung von Polyamorie und Zahlen zur Verbreitung von Polyamorie erschien kürzlich in mehreren Medien. Leider machte Ossmann keine Aussage, auf welches Land die Zahlen sich beziehen.

Verbreitung von Polyamorie in Zahlen

Gibt es Zahlen zur Verbreitung der Vielliebe?

Keine wissenschaftlich wirklich belegbaren. Es ist gelegentlich von rund fünf Prozent der Erwachsenen die Rede. Das halte ich für möglich im Sinne von polyamorös empfinden. Wirklich gelebt wird Polyamorie von vielleicht 0,5 Prozent, der Anteil der geouteten Personen ist noch niedriger.

Stigmatisierung von Polyamorie

Ossmann stellte klar, was hier schon mehrfach berichtet wurde, dass es eine Stigmatisierung von Polyamorie gibt und viele sich verstecken.

Und es ist weiter stigmatisiert. Zu einer Feier, gar zu einer Hochzeitsfeier, als lesbisches oder schwules Paar zu kommen, ist heute kein Problem mehr. Stellen sie sich aber vor, eine Frau besucht eine Hochzeit offiziell mit ihren beiden Partnern.

Artikel zu Erfahrungen mit Polyamorie Coming-Out finden Sie in der Artikelserie Coming-Out als polyamor.

Das Forschungsprojekt

Ossmann forscht an der Universität Wien in dem Forschungsprojekt „Polyamorie in medialer, sozialer und Identitätsperspektive“. Hier ein Auszug des erläuternden Texts auf der Webseite.

Hypothesen: Noch nicht umfassend erforscht aus Sicht der Betroffenen und deswegen untersucht werden sollen Fragen nach der Selbstwahrnehmung (ist polyamorös sein eine sexuelle Orientierung, eine Form von Identität, eine intime Handlung, oder etwas ganz anderes?); was ist auf emotionaler und sexueller Ebene passiert, bevor es zum Poly-Outing kam („Liebes- und Sexualhistorie“); wie reagiert das soziale Umfeld auf diese Form der Beziehung (Familie, FreundInnen, ArbeitskollegInnen); wie ausgeprägt ist der Wunsch nach rechtlicher Anerkennung in Form von eingetragenen PartnerInnenschaften oder Ehe(n) (von Relevanz zum Beispiel bei Familiengründung, Versicherungsangelegenheiten, Pensionsansprüchen, Erbrecht etc.); und wäre Anerkennung durch kirchliche Institutionen (z.B. eine kirchliche Trauung zwischen drei Personen) von Bedeutung? Parallel dazu hinaus wird untersucht, wie diese Aspekte in den Medien dargestellt werden, und welches Bild in der Öffentlichkeit vermittelt wird. Schlussendlich soll geklärt werden, ob die Eigenwahrnehmung polyamorös lebender Personen der medialen Fremddarstellung wider- oder entspricht.

Das gesamte, kurze Interview mit Stefan Ossmann, finden Sie hier.

Polyamorie und Wissenschaft

Sie finden in der Artikelserie Polyamorie und Wissenschaft auf Polyamorie Magazin alle Artikel, in denen es um die wissenschaftliche Erkenntnisse über Polyamorie geht.

Weitere Artikelserien über Polyamorie

Diese Artikelserie ist ein Teil der Artikelserien über Polyamorie, wo Sie alle Artikel zu diesem Thema finden. Sie sind unterteilt in diverse Unterbereiche, wo es darum geht, wie Menschen Polyamorie leben, sowie weitere Themen, beispielsweise:

Sie finden hier Artikel, die ich in aller Welt gefunden habe, zumeist in deutscher und noch öfter in englischer Sprache, dann habe ich meist eine Zusammenfassung geschrieben.

Allgemeine Informationen über Polyamorie

Sie finden allgemeine Informationen auf der Seite Was ist Polyamorie?, was Polyamorie ist, wie Polyamorie funktioniert, wo Sie andere Polyamorie lebende Menschen treffen können, sowie weitere Themen in diversen Unterbereichen, beispielsweise:

Kompetente Polyamorie Beratung von Viktor Leberecht

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Über Viktor Leberecht 347 Artikel
Viktor Leberecht ist mein Pseudonym für meine Arbeit als freier Autor. Ich bin studierter Historiker (M.A.), sowie ausgebildeter und berufserfahrener Journalist. Ich lebe seit 2003 in einer polyamoren Beziehung mit einer verheirateten Frau. Ich schreibe über Polyamorie, um zu informieren, Vorurteile zu entkräften und für gesellschaftliche Akzeptanz der Polyamorie zu werben. Ich setze mich für Mehrfachbeziehungen im Rahmen der Menschenrechte ein, also natürlich gleiches Recht für alle.

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